Anmelden

Der Vorstand der LzO, von links nach rechts: Jürgen Rauber, Michael Thanheiser (Vorsitzender), Tanja-Vera Asmussen sowie Olaf Hemker.

LzO bleibt ihrem Filialnetz treu

  • Filialen auch in Zukunft wichtiges Element der Kundenbeziehung
  • Sparkasse knackt die 10 Milliarden Euro - Marke
  • Lebhaftes Kredit- und Einlagengeschäft prägen Wachstum
  • Vorstand mit wirtschaftlichem Ergebnis zufrieden

Die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) hat das Geschäftsjahr 2019 ordentlich gemeistert. Der Vorsitzende des Vorstands, Michael Thanheiser, erklärte anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen, dass sich das Kundengeschäft auf allen Ebenen sehr erfreulich entwickelt habe. „Sowohl das Einlagengeschäft als auch die Nachfrage nach Krediten haben maßgeblich zu unserem Wachstum beigetragen. Über das Vertrauen unserer Kunden freuen wir uns sehr“, sagte Thanheiser.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die überbordende Regulierung hätten der LzO nach Aussage Thanheisers auch im vergangenen Jahr viel abverlangt. „Vor dem Hintergrund dieser herausfordernden Rahmenbedingungen haben wir wirtschaftlich ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen können. Es ist jedoch davon auszugehen, dass uns die Zinslandschaft auch in den Folgejahren beschäftigen wird. Daher sind wir als gute Kaufleute gehalten, rechtzeitig für die Zukunft vorzusorgen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Lebhaftes Kundengeschäft

Die Geschäftsentwicklung des Jahres 2019 war von einem stark wachsenden Kundengeschäft geprägt. So gewann die LzO im vergangenen Jahr über 23.000 neue Kunden hinzu. Zudem stiegen die Kundeneinlagen als auch die Kundenkredite maßgeblich an. Erstmals überschritt die Bilanzsumme der LzO im Jahresverlauf die Marke von 10 Milliarden Euro. Zum 31. Dezember betrug die Bilanzsumme 10,29 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: + 4,6 Prozent). Damit gehört die LzO weiterhin zu den 20 größten Sparkassen der aktuell 378 Institute in Deutschland.

Kreditnachfrage ungebrochen

Die Kredit- und Darlehenszusagen in Höhe von 1,89 Milliarden Euro übertrafen das gute Vorjahresniveau erneut (Vorjahr: 1,82 Milliarden Euro). Im Wohnungsbaugeschäft erreichten sie mit 722 Millionen Euro (Vorjahr: 642 Millionen Euro) und einer Steigerung von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein neues Rekordergebnis.

Die mittelständisch geprägte Unternehmenslandschaft im Oldenburger Land zeigte sich auch 2019 widerstandsfähig gegenüber vielen Unsicherheiten der Weltwirtschaft. Sie war im In- wie im Ausland erfolgreich. Das spiegelt sich auch in den Kreditzusagen wider. Mit knapp einer Milliarde Euro neuer Investitionsdarlehen und Kredite unterstützte die Sparkasse die mittelständischen Unternehmen bei ihren Investitionen im vergangenen Jahr.

Erneut einen Spitzenwert verzeichnete die LzO im Leasing-Neugeschäft. Das Volumen übertraf mit 87,6 Millionen Euro das gute Vorjahresergebnis um fast 10 Millionen Euro oder 12,4 Prozent. Die Kunden setzten diese vorteilhafte Finanzierungsform vorwiegend bei Maschinen, Fahrzeugen und Immobilien ein.

Zum Jahresende hatte die Sparkasse insgesamt 8,03 Milliarden Euro verliehen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Bestand um 278 Millionen Euro gesteigert werden. Das entspricht einem Plusvon 3,6 Prozent (Vorjahr: + 3,2 Prozent).

Mit der boomenden Nachfrage nach Immobilien- und gewerblichen Finanzierungen ist die LzO ein Konjunkturmotor für das Oldenburger Land und ein Wachstumsfinanzierer für den regionalen Mittelstand.

Anleger honorieren Sicherheit der LzO

In den zwölf Monaten des Jahres 2019 sind die Einlagen der Kunden trotz des niedrigen Zinsniveaus außerordentlich stark gewachsen. Zum 31.12.2019 vertrauten die Menschen, Unternehmen und Kommunen der LzO 8,18 Milliarden Euro an (Vorjahr: 7,60 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 7,6 Prozent (Vorjahr: + 5,4 Prozent).

Vor allem die Privatkunden haben in der Summe deutlich mehr Geld zur LzO gebracht. 458 Millionen Euro mehr bedeuten eine Steigerung von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: +5,9 Prozent). Die Liquiditätsausstattung der heimischen Unternehmen, die sich weiter verbesserte, machte sich auch in deren Einlagenzuwächsen bemerkbar. Diese stiegen mit 101 Millionen Euro oder 8,0 Prozent (Vorjahr: + 1,1 Prozent) vergleichsweise stark an. Insgesamt bevorzugten die Kunden der LzO flexible und liquide Geldanlagen.

„Heute, in zinslosen Zeiten, suchen die Kunden gezielt die Sicherheit und Attraktivität der LzO. So sehr wir uns über diesen Zuspruch und das Vertrauen unserer Kunden freuen, so sehr müssen wir darauf achten, dass wir ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen unserem Einlagen- und dem Kreditgeschäft sicherstellen“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Die Geldpolitik der EZB würde inzwischen dazu führen, dass relevante Wettbewerber der LzO Verwahrentgelte auf breiter Front einführen. Dies führe zwangsläufig dazu, dass Unternehmen und Privatpersonen, die von Verwahrentgelten betroffen sind, sich nach einem sicheren „Anlagehafen“, wie der LzO, umschauen.

Nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden könne auch eine LzO auf Dauer diese Rahmenbedingungen nicht ignorieren. Daher sei es in Einzelfällen wirtschaftlich inzwischen unumgänglich, Verwahrentgelte zu nehmen. „Bei uns konzentriert es sich auf große Einlagesummen sowie insbesondere auf neue Kunden“, so Thanheiser. Er versicherte, dass die weit überwiegende Anzahl der Kunden der LzO aktuell nicht mit Verwahrentgelten konfrontiert sei. Das würde sich gegenwärtig auch für die Zukunft nicht abzeichnen.

Thanheiser nahm auch Stellung zu den Kündigungen von Prämiensparverträgen, die in Einzelfällen von anderen Sparkassen in Deutschland ausgesprochen werden. „Die Prämiensparverträge haben einen guten Anreiz gesetzt, erhebliche private Vermögen aufzubauen, indem sie Jahr für Jahr steigende Zinsen bis zu einem Höchstsatz im Schlussjahr vorsahen“, so Thanheiser. Dabei verweist er auf die unterschiedlichen Vertragskonstellationen der einzelnen Sparkassen. Er zeigte Verständnis dafür, dass es die heutige Zinssituation in vielen Fällen nicht erlaube, über die vorgesehene Laufzeit hinaus so außergewöhnlich hohe Zinsen zu zahlen. Die rund 21.000 Prämiensparverträge der LzO mit einem Volumen von über 300 Millionen Euro haben feste Laufzeiten von bis zu 25 Jahren. Diese Laufzeiten wird die LzO einhalten.

Wertpapiergeschäft gerät zunehmend ins Blickfeld

Für ihren langfristigen Vermögensaufbau nehmen die Kunden der LzO zunehmend Wertpapiere in ihr Blickfeld. So stieg der Wertpapierumsatz, also die Summe der Käufe und Verkäufe, von 578,1Millionen Euro im Vorjahr auf 694,8 Millionen Euro oder 20,2 Prozent an. Besonders beliebt war das Fondssparen. Rund 65 Prozent aller Wertpapierkäufe fielen auf Investmentfonds. Thanheiser wies darauf hin, dass bereits ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro der schrittweise Einstieg in die Wertpapieranlage möglich sei.

Immobilien

Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Immobilien traf im vergangenen Jahr erneut auf ein knappes Angebot an Objekten. Neben freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern standen insbesondere altersgerechte Eigentumswohnungen sowie Immobilien zur Kapitalanlage hoch im Kurs. Mit 623 vermittelten Objekten (Vorjahr: 627 Stück) und einem Volumen von 125,3 Millionen Euro wurde das sehr gute Vorjahresergebnis von 127,9 Millionen Euro nur knapp verfehlt. Laut Thanheiser ist absehbar, dass auch im laufenden Jahr mit einer hohen Nachfrage und weiter steigenden Immobilienpreisen zu rechnen sei. Die Preisdynamik würde jedoch gemäßigter voranschreiten.

Ertragslage bleibt solide

Der LzO ist es gelungen, sowohl ihren Zins- als auch ihren Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahr um insgesamt rund 21 Millionen Euro zu steigern. Dazu trug insbesondere das sehr gute Kundengeschäft bei. Einen zusätzlichen Effekt gab es durch die Integration der LzO FinanzService GmbH in die LzO. Die ursprünglich eigenständige Versicherungsgesellschaft ist seit dem letzten Jahr eine Organisationseinheit innerhalb der Sparkasse. Nach Abzug der Aufwendungen, die gegenüber dem Vorjahr insgesamt angestiegen sind, und einer Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 20 Millionen Euro wird die LzO – wie in den Vorjahren – einen Jahresüberschuss von 20 Millionen Euro ausweisen. Damit stärkt die Sparkasse ihr Kernkapital und legt die Basis für zukünftige Kreditvergaben an Kunden.

LzO bei Digitalisierung führend

Immer mehr Kunden der LzO legen Wert auf schnelle und einfache Lösungen, die ihnen mittels digitaler Angebote zur Verfügung stehen. Online-Banking, Mobile Banking oder moderne Zahlungssysteme wie Apple Pay machen dies möglich.

63 Prozent aller Privatgiro- und 86 Prozent aller Geschäftsgirokonten der LzO werden inzwischen online genutzt. Dafür sprechen auch über 39 Millionen Besuche pro Jahr in der Internetfiliale, der am meisten besuchten Filiale der LzO. Das sind im Durchschnitt über 107.000 Besuche an jedem der 365 Tage des Jahres. Ca. 90.000 Kunden der LzO nutzen aktiv die Sparkassen-App, die meistgenutzte Banking-App in Deutschland.

Zusätzlich treibt die LzO die Erweiterung ihres digitalen Leistungsangebotes konsequent voran. Mobiles Bezahlen ist seit dem Jahr 2018 für Kunden mit Android-Smartphones möglich. Seit Dezember 2019 bietet die LzO Apple Pay an und ermöglicht damit einfache, sichere und vertrauliche Zahlungen.

Filialen bleiben wichtiges Element der Kundenbeziehung

Mit umfangreichen Investitionen in ihr Filialnetz wappnet sich die LzO für die Zukunft. „Auch wenn Kunden zunehmend digitale Medien für ihre alltäglichen Finanzdienstleistungen nutzen, so gibt es trotz allem einschneidende Ereignisse im Leben von Menschen, bei denen eine persönliche Beratung gewünscht wird, wie beispielsweise die Gründung einer Familie, der Hausbau oder die Altersvorsorge“, führte Thanheiser aus. „Wir haben uns daher entschieden, entgegen dem allgemeinen Trend einen anderen Weg zu gehen und damit unsere Filialen weiterhin flächendeckend zu betreiben“.

Die persönliche Anwesenheit eines Filialmitarbeiters wird zukünftig durch ein innovatives Service- und Beratungsangebot per Video unterstützt. Die LzO hat diesem System einen Namen gegeben: „Amelie“, frei nach der Herzogin Amalie von Oldenburg. Hinter „Amelie“ steckt ein Team von mehr als zehn ausgebildeten und kompetenten Bankkaufleuten, die sich um die Kundenanliegen kümmern. Die Bedienung des Systems ist denkbar einfach und erfordert keinerlei Technik­kenntnisse der Kunden. „Amelie“ ist bereits an den LzO-Standorten in Friedrichsfehn, Bakum und in der Filiale Roffhausen im Einsatz. Mittelfristig sollen sämtliche Standorte mit dieser Technik ausgestattet werden.

Damit ist die LzO in der Lage, zukünftig Beratungsgespräche wie auch Serviceleistungen durchgehend von 8 bis 20 Uhr an sämtlichen Standorten anzubieten. Insgesamt wird die LzO die Anzahl ihrer Beraterinnen und Berater um rund 50 Personen erhöhen. „Wir setzen unsere Mitarbeiter dort ein, wo sie unseren Kunden den größtmöglichen Nutzen stiften können. Auf der anderen Seite bauen wir neben dem Online-Banking und unserer Sparkassen-App unsere digitalen Kanäle weiter aus“, erläuterte Thanheiser.

„Mit der konsequenten Aufwertung unserer Filialen wollen wir unseren Kunden einen echten Mehrwert anbieten und sind in der Lage, unser großes Filialnetz aufrecht zu halten“, betonte Thanheiser.

Gesellschaftliches Engagement bleibt Kernaufgabe

Die Verbundenheit der LzO mit ihrer Heimatregion zeigt sich in ihrem vielfältigen gesellschaftlichen Engagement. „Als Arbeitgeber, als Förderer der Wirtschaft, als Auftraggeber, als Steuerzahler und nicht zuletzt als Spender und Sponsor ist sich die LzO ihrer Verantwortung bewusst“, führte der Vorstandsvorsitzende aus.

Über ihre Stiftungen, Spenden, das Sponsoring sowie das Gewinnspiel „Sparen + Gewinnen“ wurden im Jahr 2019 erneut etwa 830 kulturelle, soziale und sportliche Projekte in der Region mit einem Volumen von 3,7 Millionen Euro gefördert. „Da wir als Sparkasse keine Gewinnmaximierung betreiben, werden wir unser Engagement weiter fortsetzen und aus unseren Jahresüberschüssen Mittel dafür bereitstellen, soweit diese nicht zur Stärkung des Eigenkapitals oder für andere Zwecke benötigt werden. Unser Leitspruch „Unsere Nähe bringt Sie weiter“ kommt hier auf eine besonders schöne Art zur Geltung“, stellte Thanheiser fest.

Fazit und Ausblick

Mit dem Jahr 2019 ist die LzO zufrieden. Sie konnte im Kundengeschäft weiter lebhaft wachsen, ihre Marktposition sowie ihre Kapitalbasis stärken und ihren gesellschaftlichen Auftrag erfüllen.

„Die Aufgaben bleiben anspruchsvoll. Doch wir blicken zuversichtlich nach vorne. Schließlich hat die Sparkasse seit 1786 sämtliche Herausforderungen bewältigen können, weil sie immer das Geschäft von „Mensch zu Mensch“ in den Mittelpunkt ihres Geschäftsmodells gestellt hat. Dem Wunsch vieler Kunden nach digitalen Zugangswegen zu ihrer Sparkasse ist und wird sie weiter nachkommen, ohne dabei das Persönliche und die Nähe zu den Menschen aufzugeben“, resümierte Thanheiser.

i