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Diagnose Mittelstand 2020

Mittelständler in ländlichen Regionen im Durchschnitt besser aufgestellt als in Städten

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in ländlichen Regionen bewältigen die Krise besser als ihre Wettbewerber in den Städten. Bei den krisenrelevanten Kennzahlen wie Umsatzrentabilität und Eigenkapitalquote liegen seit einigen Jahren die KMU auf dem Land vor den Unternehmen in den Metropolregionen. Aktuell müssen in städtischen Gebieten die Unternehmen im Durchschnitt deutlich signifikantere Umsatzeinbußen hinnehmen als in ländlichen Gebieten. Das ist das Ergebnis der Diagnose Mittelstand 2020 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Mittelstand trotz Krise gut gerüstet

„Die Corona-Krise hat den deutschen Mittelstand zwar unerwartet getroffen, aber nicht unvorbereitet. So wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich große Teile des Gewinns nicht ausgeschüttet, sondern thesauriert und in das eigene Unternehmen investiert. Somit ist der Mittelstand gut gerüstet in die Corona-Krise gegangen, ganz besonders in den ländlichen Regionen. Das belegt unsere Diagnose Mittelstand 2020“, “ stellt Olaf Hemker, Firmenkundenvorstand der LzO, fest.

Nach Aussage von Hemker belege die Studie auch, wie wichtig Sparkassen als Finanzpartner insbesondere außerhalb der Ballungszentren seien. Er betonte, dass es für die LzO schon immer Ziel gewesen sei, im Rahmen ihres öffentlichen Auftrages ländliche Räume zu fördern. Damit würde sie insbesondere in den Regionen mit ihren 21 FirmenkundenCentern, ihrer BusinessLine für kleinere gewerbliche Kunden sowie dem engmaschigen Filialnetz die kreditwirtschaftliche Infrastruktur sichern und auf diese Weise dazu beitragen, die hiesige Wirtschaft zu fördern.

Umfangreiche Datenbasis für die Studie

Für die Diagnose Mittelstand 2020 wurden rund 450.000 Datensätze zu Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften mit einem jährlichen Umsatzvolumen von bis zu 500 Mio. Euro analysiert. Das Ergebnis der Untersuchung verdeutlicht, dass sich bei der Umsatzprofitabilität und auch bei den Eigenkapitalquoten in den vergangenen Jahren durchweg höhere Werte für die ländlichen kleinen und mittelständischen Unternehmen ergaben.

Umsatzeinbußen bei städtischen Unternehmen deutlicher

Eine groß angelegte Umfrage unter Sparkassen-Beratern ergänzt die Ergebnisse der Diagnose Mittelstand. Die Firmenkundenberater besitzen nicht nur ein sehr fundiertes Wissen über den Sektor der kleinen und mittelständischen Unternehmen, sondern führen regelmäßig eine Vielzahl von Gesprächen mit ihren Kunden. Dadurch sind sie in der Lage, eine fachlich fundierte und hochaktuelle Bewertung der wirtschaftlichen Lage sowie der Einschätzungen und Pläne ihrer mehr als zwei Millionen gewerblichen Kunden abzugeben. Hinsichtlich der Umsatzentwicklung ihrer Kunden gaben die Sparkassenberater an, dass in jeder fünften städtischen Region mehr als die Hälfte ihrer Kunden Umsatzeinbußen über 20 Prozent verzeichneten. Bei den ländlichen Sparkassen war es nur knapp jede elfte Region, bei dem die Kunden derartig hohe Umsatzeinbußen verkraften mussten.

Unternehmen halten an Investitionen fest

An langfristigen Investitionsvorhaben halten Deutschlands Unternehmen offenbar auch in der Corona-Krise fest. Zumindest beobachten das 86 Prozent der befragten Firmenkundenberater in den Sparkassen. Zwar meldet jeder zehnte, dass Firmenkunden ihre Vorhaben kurzfristig unterbrechen, aber nur drei Prozent der Firmenkundenberater stellen fest, dass Kunden Investitionsvorhaben komplett aufgeben. „Das sind Erkenntnisse, die sich auch mit unseren Erfahrungen decken. So konnten wir in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 allein 500 Millionen Euro neue Firmen-kredite zusagen. Das sind rund 6 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum“, machte Hemker deutlich.

Die Sparkassen-Fachleute bescheinigen insgesamt ländlichen kleinen und mittelständischen Unternehmen eine hohe Krisenresistenz. Sie hätten damit zumindest in der Anfangsphase der Corona-Krise geholfen, die gesamtwirtschaftlichen Folgen abzufedern.

 „Der Mittelstand profitiert in der Krise von seiner finanziellen Robustheit, die er sich in den letzten zehn Jahren aufgebaut hat. Die meisten Unternehmen werden die Krise meistern, weil sie hohe Liquiditätspuffer und Eigenkapitalbestände aufgebaut haben. Dennoch trifft es einige Unternehmen sehr hart. Gerade für diese Unternehmen waren und sind die zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen der Politik von immenser Bedeutung“, so Hemker.

Weitere Informationen zur Publikation und eine Bestellmöglichkeit gibt es unter dsgv.de.

 

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