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LzO stellt Diagnose Mittelstand 2016 vor - Geschäftslage wird überwiegend
positiv eingeschätzt - Angespannte Situation in der Landwirtschaft - Mittelstand
auf dem Weg ins Ausland

„Dem deutschen Mittelstand geht es gut“, stellt Olaf Hemker, Vorstandsmitglied der LzO und zuständig für das Firmenkundengeschäft, fest. Im Rahmen der Veranstaltung LzO InfoTreff „Dialog Mittelstand 2016“ begrüßte er rund 100 Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus der Region und stellte die aktuellen Ergebnisse der „15. Diagnose Mittelstand 2016“ vor.

Für die bundesweit größte Auswertung von Bilanzen mittelständischer Unternehmen hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mehr als 240.000 Bilanzen von mittelständischen Unternehmen aus 2013 und 87.000 aus dem Jahr 2014 ausgewertet. Zusätzlich vertieft eine „Expertenbefragung“ bei Firmenkundenberatern von allen deutschen Sparkassen das repräsentative Ergebnis. Schwerpunktthema der diesjährigen „Diagnose Mittelstand“ war die „Internationalisierung des Mittelstands“. Die Region Niedersachsen, Bremen und Hamburg liegt bei vielen Werten noch über dem Bundesschnitt. Aktuell sieht Hemker in der Landwirtschaft deutliche Krisensymptome: „Gerade in der Milchbranche fällt die wirtschaftlich angespannte Situation derzeit sehr lang und schmerzhaft aus. Wir werden den Landwirten auch weiterhin und gerade in solch angespannten Zeiten als solider, verlässlicher Partner zur Seite stehen.“

Eigenkapitalquote steigt - Umsatzrentabilität sinkt leicht

Nach den ausgewerteten Bilanzen des Jahres 2014 hat sich der seit Jahren zu beobachtende Trend zu einer besseren Eigenkapitalausstattung fortgesetzt. Die Eigenkapitalquote stieg dabei noch einmal deutlich von 20,8 Prozent auf 25,5 Prozent im Jahr 2014. „Mehr Eigenkapital macht Unternehmen im Fall einer konjunkturellen Abschwächung oder anderer Schocks robuster. Es erleichtert den Zugang zu externen Finanzierungsmitteln“, so LzO-Vorstandsmitglied Olaf Hemker. Gleichzeitig ist die Umsatzrentabilität im deutschen Mittelstand 2014 gegenüber dem Vorjahr trotz konjunktureller Belebung auf 7,0 Prozent gesunken. Steigende Kosten, insbesondere durch den stärkeren Anstieg der Löhne und Gehälter, und in einigen Bereichen stagnierende oder sogar sinkende Absatzpreise sind hierfür verantwortlich.

Investitionsneigung trotz guter Geschäftslage weiterhin gering

43 Prozent der befragten Sparkassen-Experten beurteilen die Geschäftslage der mittelständischen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr als „eher besser“. Im Herbst 2014 hatten hier nur 16 Prozent eine positive Einschätzung abgegeben. Trotz der positiven Geschäftslage bleibt das Bild von der Investitionszurückhaltung und einer Präferenz für die Finanzierung aus eigenen Mitteln insgesamt gültig.

Langfristige Projekte dürfen nicht vom aktuellen Zinsniveau abhängig gemacht werden

Im Oldenburger Land bewerten 36 % der Unternehmen ihre Lage als gut und nur 11 % als schlecht, aber der Ausblick für 2016 fällt aufgrund vieler Unsicherheiten gedämpft aus. „Die anziehenden Personalkosten bereiten zunehmend Sorge“, so Olaf Hemker. Auch hier sei die Investitionslage unbefriedigend und ein nachhaltiger Aufschwung noch nicht in Sicht. Dabei sei das Verhältnis von Sachkapitalrendite und Kapitalmarktzins derzeit sehr günstig. Es bieten sich die Chancen, sich das niedrige Zinsniveau langfristig zu sichern, günstige Betriebsmittelkredite zu erhalten und die Laufzeitstrukturen zu optimieren. Olaf Hemker warnte allerdings vor Fehlanreizen: „Langfristige Projekte dürfen nicht vom aktuellen Zinsniveau abhängig gemacht werden.“

Mittelstand ist auf dem Weg ins Ausland

Insgesamt zeigt die Diagnose einen deutlichen Anstieg von Auslandsaktivitäten des Mittelstands in den letzten drei Jahren. Gut die Hälfte der Befragten gibt an, dass die Auslandsaktivitäten eher gestiegen sind - in den Regionen Niedersachsen, Bremen und Hamburg sogar auf 79,2 %. Zwar ist die Nachfrage des Auslands im Oldenburger Land eher schwach, wird aber durch eine hohe Inlandsnachfrage kompensiert. Gründe dafür sind die wirtschaftlichen Probleme in den Schwellenländern und die fehlende Nachfrage aus Russland und China. Auch Europa sei noch nicht über den Berg.

Lösungen für erfolgreiche Expansion ins Ausland

Wie Steuerberater ihre Mandaten auf dem Weg ins Ausland richtig begleiten können, erläuterte Mathias Müller von der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner in seinem Vortrag "Wirtschaftsprüfer/Steuerberater als Begleiter in die globale Welt - Lösungsstrategien für eine erfolgreiche Expansion ins Ausland“.
Von der Wahl der Rechtsform bis zur Gefahr der Doppelbesteuerung gab er wertvolle Tipps für die Begleitung des Auslandgeschäfts von mittelständischen Unternehmen.

Vertieft wurde das umfangreiche Thema in einer Podiumsdiskussion mit folgenden Teilnehmern:

- Mathias Müller, Rödl & Partner
- Felix Jahn, Geschäftsführer Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
- Carsten Klapproth, geschäftsführender Gesellschafter abopart GmbH & Co.
KG
- Siddhartha Wagner vom Berg, Geschäftsführer PAUL HEWITT GmbH & Co.
KG
- Heiko Böttjer, Leiter Internationales Geschäft der LzO

Moderiert wurde die Veranstaltung von Uwe Haring, Geschäftsführer
Zweckverband ecopark.

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