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Amerika am Scheideweg – was kommt auf Europa zu? 

v.lks.: Markus Koch, Gerhard Fiand

Börsenspezialist Markus Koch zu Gast bei den „LzO-Blickpunkten“ 

Rund 300 Gäste begrüßte Gerhard Fiand, Vorsitzender des Vorstandes der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), zu einem aktuellen Vortragsabend im Rahmen der Reihe „LzO-Blickpunkte“ in der Zentrale der LzO. Zu Gast war der renommierte Börsenspezialist Markus Koch. Er sprach aus aktuellem Anlass über das Thema „Amerika am Scheideweg - was kommt auf Europa zu?“ Die LzO ist für Markus Koch kein „unbeschriebenes Blatt“. Bereits 2000 hatte er dort einen Vortrag über die Wall Street und das Börsengeschehen gehalten. 

Die Stimmung in Amerika bleibt geladen 

Der Wahlkampf in den USA befindet sich in seiner heißen Phase. Am 8. November wählen die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger ihren 45. Präsidenten. Noch ist nichts entschieden, aber die Stimmung ist durchaus angespannt. „Wenn Barack Obama im Januar 2017 seine Macht als Staats- und Regierungschef der USA abgibt, werden die Vereinigten Staaten womöglich einen neuen Kurs einschlagen. Mit Folgen für Europa und die Kapitalmärkte insgesamt“, so Vorstandschef Fiand. Neben Fragen zu Terroristenbekämpfung, Einwanderung, Klima und Freihandel geht es dabei auch um die große Balance zwischen Idealismus und Realpolitik, Intervention und Rückzug. „Viele Forderungen aus dem amerikanischen Wahlkampf klingen in den Ohren der Europäer irritierend“, so Fiand und ergänzt: „Wir dürfen gespannt darauf sein, welches Gesicht die USA in Zukunft zeigen werden.“  

Vita Markus Koch 

Markus Koch berichtet regelmäßig für n-tv von der Wall Street. Seit er erstmals im April 1996 für den Sender auf dem Parkett der New Yorker Aktienbörse stand, ist er zum Gesicht der Wall Street geworden. Er war der erste für einen deutschen Sender dauerhaft an der Börse stationierte Fernsehjournalist. Für seine spannende und unterhaltsame Berichterstattung wurde er im Jahr 2000 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. 
Inzwischen beschäftigt sich Markus Koch auch mit vielen anderen Dingen. 2008 moderierte er die Sendereihe „In 70 Tagen um die Welt“ und produzierte ab 2009 die Doku-Kurzserie „Mal zwischendurch“. 2010 übernahm er die deutsche Bearbeitung der Finanz-Doku “Endstation Parkett“, seit 2011 produziert er „Iron Trader“, eine Mischung aus Casting-Show und Börsenspiel. Am 28. April dieses Jahres startete Koch seine unterhaltsame Web-Show „Auf der Couch by Markus Koch“ im Rationaltheater in München. In Wohnzimmer- Atmosphäre und begleitet von Jazzmusik diskutiert er mit Experten über die Gefühlswelt der Geldanlage. Das Motto: Der Mensch ist stolz auf seinen schlauen Kopf. Doch gerade bei der Geldanlage handeln wir erstaunlich irrational. Höchste Zeit für eine unterhaltsame Analyse der deutschen Börsenseele. Denn Geldanlage darf keine Belastung sein. 

Vortrag 

Die USA aber auch Europa befinden sich in Warteposition. Aktuell kann man nicht einmal in New York abschätzen, was auf die USA zukommt, geschweige denn auf Europa. Zuviel hängt davon ab, welchen Verlauf die bevorstehende Präsidentenwahl nimmt und wer ins Weiße Haus einziehen wird. Das amerikanische Volk ist beunruhigt, die Stimmung bleibt politisch geladen, insbesondere vor dem Hintergrund des Niedergangs der Mittelschicht und einer zunehmenden Konzentration von Kapital bei wenigen Menschen. Koch ist der Ansicht, dass solche Extreme in Europa vermieden werden müssen. Weder Trump noch Clinton zählen für ihn zu den Top-Anwärtern auf das Präsidentenamt. Letztendlich sei ihm dann doch Hillary Clinton lieber als Donald Trump. Bei dessen Einzug ins Weiße Haus würde die politische Unsicherheit größer werden und damit einen destabilisierenden Effekt haben. Eine Befürwortung des Freihandelsabkommen TTIP und Ceta kommt für Koch nicht in Frage. Wachstum um jeden Preis zu generieren hält er für blanken Unsinn. Dass Unternehmen durch die UN oder WTO-Schiedsgerichte Staaten verklagen können, sieht er besonders kritisch. Zumal dabei nicht Richter, sondern Anwälte Entscheidungen treffen, die unanfechtbar sind. Potentiellen Geldanlegern gab Markus Koch drei „no-goes“ mit auf den Weg: 

  1. Es unter das Kopfkissen zu legen, denn das ist auch keine Lösung. 
  2. Es auf dem Konto zu ignorieren, denn dafür wurde das Geld zu hart verdient. 
  3. Geldanlage so zu machen, dass sie zu einer seelischen Belastung wird. 


LzO-Blickpunkte 

In der Reihe „LzO-Blickpunkte“ werden aktuelle Themen aufgegriffen, die nicht unmittelbar zum Bankgeschäft gehören. Dabei geht es um Aspekte aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften, der Kunst, Kultur oder dem Sport.

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