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Finanzielle Zufriedenheit der Deutschen so hoch wie nie – Sparlaune trotzt den niedrigen Zinsen

Die Deutschen sind mit ihrer finanziellen Situation so zufrieden wie noch nie: 63 Prozent fühlen sich finanziell gut oder sogar sehr gut aufgestellt, allen voran die Hessen, Rheinland-Pfälzer und Bayern. Die Niedersachsen liegen genau auf Höhe des Bundesdurchschnittes. Auch der Anteil der Unzufriedenen ist leicht von neun auf acht Prozent gesunken. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des „Vermögensbarometers 2018“, für das im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) 2.738 Menschen in Deutschland befragt wurden.

Auch das Sparen hat wieder an Beliebtheit gewonnen – die Bedenken der vergangenen Jahre lassen spürbar nach. Der Anteil der Sparer ist gegenüber 2017 um acht Prozentpunkte auf 80 Prozent gestiegen. Der Anteil derjenigen, die kein Geld auf die hohe Kante legen, sank dagegen von 23 auf nur noch 18 Prozent.

Auffällig dabei ist, dass mit 38 Prozent immer mehr Menschen ihr Sparverhalten an die Niedrigzinsphase angepasst haben: 18 Prozent taten dies durch die Wahl anderer Anlageprodukte. Diese Teilgruppe wandte sich mit 26 Prozent verstärkt Investment- und Immobilienfonds zu – das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2017. Unterm Strich ist das Eigenheim zwar weiterhin die beliebteste Anlageform. Aber dieser Anteil ist mit 31 Prozent im Vergleich zu 2017 um fünf Prozentpunkte rückläufig. Möglicherweise dämpfen die gestiegenen Kaufnebenkosten den Glauben daran, sich eine Immobilie überhaupt leisten zu können.

Menschen gewöhnen sich an niedrige Zinsen

Die Sparlaune der Deutsche trotzt vielen geld- und weltpolitischen Krisen. „Es ist erkennbar, dass der Anteil der Menschen, denen die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bei der Ersparnisbildung Bauchschmerzen bereitet, von über 50 Prozent auf 32 Prozent gesunken ist“,  stellt Gerhard Fiand fest, Vorsitzender des Vorstandes der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO).  

„Gleichwohl bleibt die Geldpolitik die mit Abstand größte Sorge der Deutschen bei der Ersparnisbildung“, ergänzte er. Allerdings würden sich die Aspekte, die beunruhigen, verschieben. Zunehmend bereite die politische Lage den Menschen Sorge. Deren Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr auf zehn Prozent verdoppelt. „Die Furcht, hart erarbeitetes und erspartes Geld zu verlieren, ist weiterhin durchaus vorhanden“, sagt Gerhard Fiand. 

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